Opens in a new tab
Blog28. Oktober 2026

DGNB 2023.2: Diese Pflichten haben Fachplaner und Bauherren

Betonrohbau mit Gerüst auf einer Baustelle
Foto: Tolu Olubode, Unsplash

Bei einer DGNB-Zertifizierung trägt jedes Gewerk einen Teil der Nachweise. Der Auditor prüft und dokumentiert, die Planung selbst bleibt bei Architektur, TGA, Bauphysik und Freianlagenplanung. Diese Übersicht zeigt, was jedes Gewerk nach der aktuellen Version 2023.2 des DGNB Systems für Neubauten beitragen muss.

Warum das früh geklärt sein muss: Fachplaner bekommen Mehraufwände nur bezahlt, wenn sie im Vertrag stehen. Wir übersetzen die DGNB-Anforderungen deshalb in ein Pflichtenheft pro Gewerk, mit Zuständigkeiten und Fristen. So weiß jedes Büro vor der Beauftragung, was auf es zukommt.

Bauherr und Projektsteuerung

  • Deklaration Nachhaltigkeit und Bedarfsplanung nach DIN 18205, auf Wunsch mit Level(s)-Checklisten
  • Standortanalyse mit Klimarisikoanalyse, darauf aufbauend ein Anpassungskonzept vor der Vergabe
  • FM-Check und erweiterte Betriebskostenprognose

Objektplanung

  • Barrierefreiheit innen, wahlweise nach QNG-Anforderungen
  • Emissionsarme Materialien nach DGNB-Qualitätsstufen und nachhaltiges Holz (mind. 50 % bei Wohngebäuden, 70 % bei Nichtwohngebäuden)
  • Tageslicht und Sichtverbindung nach DIN EN 17037
  • Umnutzungsfähigkeit: Raumhöhen, Gebäudetiefe, Erschließung
  • Fahrradstellplätze überdacht, sicher und mit Platz für Lastenräder
  • Zirkuläres Bauen mit Gebäuderessourcenpass oder DGNB Zirkularitäts-Check
  • Klimaresilientes Design und Aufenthaltsqualität innen wie außen

Bauphysik

  • U-Werte deutlich unter dem Gesetz, z. B. opake Bauteile ≤ 0,18 W/(m²K), und geringe Wärmebrücken
  • Sommerlicher Wärmeschutz mit Varianten und lokalem Wetterdatensatz
  • Blower-Door-Messung schon während der Bauphase, Thermografie
  • Schallschutz- und Raumakustikkonzept, idealerweise mit Messungen

Technische Gebäudeausrüstung

  • Lüftung nach DIN EN 16798, Radonmessung in Aufenthaltsräumen
  • Nur natürliche Kältemittel oder Verzicht auf Kältemittel
  • Thermischer Komfort per Simulation, auch mit künftigen Klimadaten
  • Wassernutzungskonzept mit wassersparender Sanitärausstattung
  • PV-Anlage, Ladeinfrastruktur für Pkw und Fahrräder, Monitoring mit offenen Protokollen
  • Beleuchtungskonzept nach DIN EN 12464-1 und artenschutzgerechte Außenbeleuchtung
  • Mitwirkung an Inbetriebnahme, Einregulierung und Probebetrieb

Freianlagen

  • Hoher Biotopflächenfaktor, Dachbegrünung und heimische Pflanzen ohne invasive Arten
  • Versickerung statt Ableitung, keine Bewässerung mit Trinkwasser
  • Pflegevertrag über mindestens drei Jahre ohne Torf, Herbizide und Biozide
  • Barrierefreie Außenflächen

Ausführende Firmen

  • Nur freigegebene Produkte einbauen, mit Produktdatenblättern vorab beim Auditor anmelden
  • Lärm-, staub- und abfallarme Baustelle, Boden- und Grundwasserschutz
  • Lüftungsprogramm gegen Schimmel und Monitoring von Energie und Wasser auf der Baustelle

Was 2023.2 leichter macht: Laut DGNB gibt es rund 20 Prozent weniger Indikatoren als in der Version 2023, bei gleichem Anspruch. Viele Nachweise lassen sich mit Dokumenten führen, die ohnehin für die Genehmigung entstehen.

So unterstützen wir Sie: Im Pre-Check ab 6.000 € netto prüfen wir mit allen Planern, was schon geplant ist und was noch fehlt. Danach bekommt jedes Gewerk sein Pflichtenheft. Ökobilanz und Simulationen erstellen wir selbst. Was die Zertifizierung insgesamt kostet, lesen Sie auf unserer Seite DGNB-Zertifizierung Kosten.

Ihr Projekt

Fragen zu Ihrem Projekt?

Im unverbindlichen Quickcheck klären wir, welches System und welche Stufe zu Ihrem Gebäude passen.

Projekt anfragen